Therapeutische Techniken

Gang-analyse
Ganganalyse ist ein Verfahren, um ein Lahmen beim Hund zu untersuchen. Es ermöglicht eine diagnostische Beurteilung der Fortbewegung des Tieres. Dadurch können die Symmetrie der Bewegung, der Grad der Imbalance und der verantwortliche Teil des Körpers/Skelettes beurteilt werden.

Passive und aktive Bewegung

Die passive Bewegung erlaubt es, die Beweglichkeit der einzelnen Gelenke zu beurteilen und entsteht durch äussere Einwirkung, zum Beispiel durch den Therapeut, die Schwerkraft oder ein Gerät. Es findet keine Muskelaktivität statt. Die Gelenkfunktionen wie Stabilität oder Elastizität und das Endgefühl können während der Untersuchung beurteilt werden. Die passive Bewegung wird eingesetzt, wenn das Tier selbst nicht in der Lage ist diese Bewegungen aktiv durchzuführen oder bei eingeschränkter Beweglichkeit.

Die sogenannte « aktiv-assistierte » Bewegung wird eingesetzt wenn das Tier selbst einen Teil seines Gewicht tragen kann. Die aktive Bewegung des Hundes wird dabei durch den Therapeuten unterstützt.

Bei der aktiven Bewegung kommt die gesamte Muskelkraft vom Tier. Die richtigen Bewegungsabläufe werden wieder erlernt (z.B. gleichmässige Belastung aller 4 Gliedmassen), die Muskulatur wird aufgebaut und gekräftigt. Dabei werden die Koordination, das Gleichgewicht, die Propriozeption und die Beweglichkeit gefördert.

Stabilisation
Das Ziel der Stabilisation ist es, durch Muskelaufbau und das Üben von Koordination und Gleichgewicht, die Körper- und Gelenkstellung zu stabilisieren. Isometrische und isotonische Übungen sowie Arbeit gegen Widerstand und aktive Übungen werden dafür eingesetzt.

Trainingstherapie
Die Trainingstherapie wird beim gesunden « Sportler » eingesetzt. Mit gezielten Übungen werden bestimmte körperliche und geistige Fähigkeiten wie Ausdauer, Kraft, Koordination, Konzentration und Beweglichkeit geübt und geschult. Das Ziel ist die Leistungssteigerung.
Im Gegensatz dazu wird die Rehabilitation beim erkrankten oder geschädigten Organismus eingesetzt um die physiologischen Bewegungsabläufe wiederherzustellen.

Massage
Die verschiedenen Ausführungen von Massagen können unterschiedliche Wirkungen haben. Sie können beruhigen, entspannen oder anregen. Der Muskelgrundspannung wird je nach Technik entweder gesenkt oder gesteigert. Die Durchblutung und die Blutzirkulation werden verbessert. Verklebungen und Narbengewebe können gelöst werden. Die Massage führt wie beim Menschen zu einem allgemeinen Wohlbefinden und erlaubt eine Reduktion von Schmerzen.

Bindegewebsmassage
Mit Hilfe von Bindegewebsmassage werden Störungen in der Haut / Unterhaut und Faszie beeinflusst. Die Bindegewebespannung kann reguliert und ausgeglichen werden und Verklebungen im Gewebe gelöst werden. Diese spezielle Form der manuellen Reiztherapie, auch Reflektorische Therapie genannt, hat einen direkten Einfluss auf das vegetative Nervensystem und dadurch den ganzen Organismus.

Manuelle Therapie
Mit dieser Behandlungstechnik werden einzelne Gelenke behandelt, um mit Hilfe von Traktion, Kompression oder Gleiten die Gelenkbeweglichkeit zu verbessern, Schmerzen zu lindern und Muskeln zu entspannen.

Dorntherapie
Die Dorntherapie ist eine sanfte Wirbeltherapie. Blockaden im ISG (Iliosacralgelenk) oder der Wirbelkörper werden gelöst. Diese Therapie wirkt entspannend auf die Muskulatur der Wirbelsäule sowie auf die inneren Organe und Meridiane.

Lymphdrainage
Die manuelle Lymphdrainage ist eine spezifische Massagetechnik, welche die Bildung von Lymphflüssigkeit anregt. Ausserdem wird der Abtransport der Gewebsflüssigkeit in den Blutkreislauf verstärkt. Die Zellvitalität wird stimuliert und Gewebe kann schneller regenerieren.
Diese Technik wird unter anderem bei posttraumatischen und postoperativen Ödemen, Muskel- und Gelenkschmerzen eingesetzt.

Neuromuskuläre Fazilitation (PNF)
Die Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF), auch bekannt als ‚Konzept von Kabat-Knott-Voss‘, ist eine manuelle Behandlungstechnik aus dem Humanbereich, die für Tiere adaptiert wurde.

Das Ziel dieser Therapie ist es, die physiologischen Bewegungsabläufe durch Reizung oder Hemmung der gesamten sensitiven Rezeptoren (oberflächlich oder tief) des Körpers wiederherzustellen. Die gesetzten Stimuli auf Haut, Muskeln, Sehnen und Gelenke werden über die Nervenbahnen zum Rückenmark und Gehirn weitergeleitet. Die Summe der Stimuli erlaubt eine motorische funktionelle Antwort, die das Neuerlernen von Bewegungen, Mobilität, Stabilität, intermuskuläre Koordination sowie den Ausgleich des muskulären Tonus unterstützt. Die Wiederholung dieser Bewegungsmuster fördert eine bessere synaptische Leitung und eine Aufnahme motorischer Muster.
Die PNF ist nicht nur bei neurologischen Problemen anwendbar, sondern auch bei Störungen des Bewegungsapparats, orthopädischen Problemen, Traumata oder chronischen Schmerzen.

Thermotherapie
Die Anwendung von Wärme oder Kälte können auch in der Therapie eingesetzt werden. Das Ziel ist Wärme zuzuführen oder zu entziehen. Ein Infrarot-Licht oder ein Körnerkissen können unter anderem als trockene Wärme benutzt werden. Im Gegensatz dazu werden heisse Rollen zur feuchten Wärmeanwendung benutzt. Die Wärmetherapie ist indiziert z.B. bei Arthrose, Rheuma oder Neuralgie. Kühlelemente oder Eisbeutel können für die Kryotherapie benutzt werden. Die Kälte wirkt anregend auf den Stoffwechsel und stimuliert das Nervensystem.

Elektrotherapie - IFR
Eine Form des Amplituden-modulierten Wechselstroms ist die Interferenzstrom-Regulationstherapie (IFR), dabei werden zwei mittelfrequente Wechselströme mit Hilfe von vier Elektroden überlagert. Die beiden Stromkreise kreuzen sich und erzeugen dabei Schwingungen mit neuer Amplitude, die direkt an den Zellen wirken. IFR bewirkt eine Zellstimulation, Zellreaktivierung und Zellregeneration.
Die Regeneration von Binde- und Stützgewebe sowie die Knochenheilung werden dabei gefördert. Die IFR wird zur Schmerzreduktion, bei Frakturen, Arthrose, Muskelverspannung und neurologischen Problemen (z. B. bei einem Bandscheinbenvorfall) eingesetzt.

LASER
Dank seiner thermischen, bioenergetischen, biochemischen und bioelektrischen Wirkung, erlaubt der Einsatz von Laser die Förderung von Gewebsregeneration und Wundheilung und reduziert Schmerzen.
Er vermindert Schwellungen und und hat eine entzündungshemmende Wirkung. Die Durchblutung wird verbessert und der lymphatische Fluss stimuliert.
Lasertherapie kann zur Behandlung von Narben, Wunden, Blutergüssen und Störfelder eingesetzt werden. Er reduziert Gewebspannung, Steifheiten, und Muskelkontrakturen.
Es ist eine schnelle, sichere und wirksame Behandlung. Dazu ist sie benutzerfreundlich, nicht invasiv, und schmerzfrei.
Hydrotherapie
Bei der Hydrotherapie benutzt man Wasser bei verschiedenen Temperaturen oder Formen (fest, flüssig oder gasförmig) für diätetische, prophylaktische oder therapeutische Zwecke. Hydrotherapie beinhaltet unter anderem Schwimmen, Massagebäder (Whirlpool), Unterwasserlaufband und Wickelanwendungen.

Die physikalischen Eigenschaften des Wassers sind von Bedeutung für die Physiotherapie:

  • Durch den Auftrieb im Wasser wiegt der Körper weniger. Dadurch werden die Gelenke weniger belastet.
  • Der Widerstand erlaubt die Kräftigung der Muskulatur und Herz-Kreislauftraining.
  • Der hydrostatische Druck hat einen positiven Effekt auf Ödeme und Schwellungen.
  • Der Temperaturreiz beeinflusst der Venensystem.

Das Unterwasserlaufband kann verwendet werden für die Rehabilitation nach Operationen (Kreuzbandriss, Frakturen, OCD,…), bei Hunden mit Arthrose (HD, Spondylose), bei Hunden, die unter einer neurologischen Krankheit leiden (Bandscheibenvorfall, Myelopathie), zum Muskelaufbau, oder um einen Gewichtsverlust zu begleiten.

Osteopathie
In der Osteopathie ist der « Körper » eine Einheit aus Körper, Geist und Seele. Er verfügt über Selbstheilungskräfte, Selbstregulationsmechanismen und Gesunderhaltungssysteme.
Eine Dysfunktion bedingt durch ein Trauma, eine Operation, eine Entzündung oder Degeneration einer periartikuläres Struktur, einen Koordinationsmangel, eine Verletzung, Muskelverspannungen oder eine Irritation innerer Organe kann über die Faszien in alle anatomischen Teile transportiert werden.
Mit der Hilfe verschiedenen Behandlungsansätze, wie unter anderem Mobilisationstechnik der Muskeln oder Gelenke sowie Reflextechniken, kann der Körper auf parietaler, craniosacraler und viszeraler Ebene wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.

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Neurodynamik

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